Informationen zu den Medikamenten

Patienteninformation

Basistherapien:

Abatacept (z. B.: Orencia®)
Adalimumab (z. B.: Humira®)
Anakinra (z. B.: Kineret®)
Antimalariamittel (z. B.: Resochin®, Quensyl®)
Azathioprin (z. B.: Imurek®, Azafalk®, Azamedac®)
Certolizumab (z. B.: Cimzia®)
Chloroquin (z. B.: Resochin®)
Cortison (z. B.: Prednisolon®, Syntestan®)
Cyclophosphamid (z. B.: Endoxan®)
Cyclosporin A (z. B.: Sandimmun®)
Basistherapien D-Penicillamin (z. B.: Metalcaptase® (früher Trolovol®)
Etanercept (z. B.: Enbrel®)
Gold - oral (z. B.: Ridaura®)
Gold - parenteral (z. B.: Tauredon®)
Golimumab (z. B.: Simponi®)
Hydrochloroquin (z. B.: Quensyl®)
Infliximab (z. B.: Remicade®)
Leflunomid (z. B.: Arava®)
Methotrexat (z. B.: Lantarel®, Metex®)
NSAR (z. B.: Diclofenac®, Ibuprofen®, Indometacin®)
Rituximab (z. B.: MabThera®)
Sulfasalazin (z. B.: Azulfidine (RA))
Tocilizumab (z. B.: RoActemra®)

Abatacept (z. B.: Orencia®)

Abatacept ist ein selektiver Co-Stimulations-Blocker und gehört zu den sogenannten Biologicals.

Wie wirkt Abatacept ?
T-Lymphozyten (spezialisierte weiße Blutkörperchen) spielen eine wichtige Rolle bei rheumatischen Entzündungsvorgängen. Die Hemmung ihrer Aktivität durch Abatacept vermindert Schmerzen, Schwellungen und das Fortschreiten der Erkrankung.

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Abatacept in Frage?
Das Medikament wurde zur Behandlung des entzündlichen Gelenkrheumatismus (Rheumatoide Arthritis/chronische Polyarthritis) zugelassen, wenn die bisherige Basistherapie einschließlich Methotrexat nicht ausreichend gewirkt hat oder nicht vertragen wurde.

Wie wird die Behandlung mit Abatacept durchgeführt ?
Abatacept wird Ihnen in einer gewichtsangepassten Dosis als eine Infusion über eine Vene gegeben. Die Infusion wird nach 2 und 4 Wochen und danach alle 4 Wochen wiederholt. Die Dauer der Infusion beträgt ca. 30 Minuten. In der Regel wird Abatacept in Kombination mit Methotrexat eingesetzt.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die Wirkung setzt erst mit Verzögerung ein. Oft dauert es 3 bis 6 Monate, bis ein spürbarer Therapieeffekt eintritt.

Wie lange wird die Behandlung mit Abatacept durchgeführt ?
Es ist notwendig, dass die Behandlung mit Abatacept langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie die Behandlung regelmäßig bekommen. Sie muss auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Abatacept ist ein seit wenigen Jahren zugelassenes Medikament. Deshalb sind die praktischen Erfahrungen begrenzt.

Bei jeder Behandlung können unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten, dies gilt auch für die Therapie mit Abatacept. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Während der Infusion kann es zu einer Infusionsreaktion kommen, die meist mild ist und mit grippeähnlichen Beschwerden verläuft.

Auftreten können auch

Hautauschlag
Juckreiz
Übelkeit
Erbrechen
Kopfschmerzen
Fieber
Schüttelfrost
leichter Blutdruckanstieg oder - abfall

Deshalb werden Sie während der Infusion und eine Stunde danach sorgfältig überwacht.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Nach Abschluss der Abatacept-Infusion sind Nebenwirkungen selten. Es besteht ein geringfügig erhöhtes Risiko für Infektionen, insbesondere der Atem– und Harnwege. Es wichtig, dass Sie Ihren Arzt bei Fieber und Infekten fragen, ob die Abatacept-Therapie fortgesetzt werden darf. Bei schweren Infekten mit Fieber oder einer Gürtelrose sollten Sie keine Abatacept-Infusion erhalten .

Sofort in ärztliche Behandlung Daher ist es wichtig, dass Sie auch im Zweifelsfall Ihren Arzt benachrichtigen, wenn

Warnzeichen einer Infektion auftreten sollten wie
Fieber
Infektionen der Atemwege
Infektionen der Harnwege
Anzeichen einer Gürtelrose
Kontrolluntersuchungen

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?

1. Monat

2. - 6. Monat

ab 7. Monat

alle 2 Wochen

alle 4 Wochen

alle 3 Monate

Was müssen Sie bei der Anwendung anderer Medikamente beachten ?
Wechselwirkungen von Abatacept mit anderen Medikamenten sind nicht beobachtet worden. Abatacept wird in der Regel in Kombination mit Methotrexat gegeben. Wenn Sie Abatacept in Kombination mit Methotrexat oder einem anderen Basistherapeutikum bekommen, werden die entsprechenden Kontrollen wie dort empfohlen fortgesetzt. Abatacept sollte nicht gleichzeitig mit anderen Biologicals wie z. B. TNF-Blockern gegeben werden. Bitte informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Medikamente einnehmen oder bis vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Schwangerschaft und Stillzeit
Über die Auswirkungen einer Therapie mit Abatacept in der Schwangerschaft und beim Stillen liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Eine Schwangerschaft muss deshalb während der Behandlung mit Abatacept und in den ersten 3 Monaten nach dem Absetzen sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Behandlung mit Abatacept und in den ersten 3 Monaten nach dem Absetzen kein Kind zeugen.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen. Impfungen mit Totimpfstoffen (z.B. Influenza) sind unbedenklich und sinnvoll. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie außerdem noch einnehmen. Nehmen Sie zusätzlich andere Rheumamedikamente, müssen deren mögliche Nebenwirkungen wie bisher berücksichtigt werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vor einem größeren operativen Eingriff stehen. Dann muss individuell über eine Therapiepause entschieden werden.

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Adalimumab (D2E7) (z. B.: Humira®)

Adalimumab ist ein TNF-alpha-Blocker.

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Adalimumab in Frage?
Adalimumab ist ein speziell für die Therapie der rheumatoiden Arthritis (chronische Polyarthtritis) entwickelter Wirkstoff. Er wird gentechnologisch hergestellt und entspricht körpereigenen Zellstrukturen. Adalimumab wird zur Behandlung der mäßigen bis schweren rheumatoiden Arthritis bei erwachsenen Patienten eingesetzt, wenn das Ansprechen auf andere Basistherapeutika unzureichend ist oder diese zu Nebenwirkungen führen. Adalimumab kann in Kombination mit dem Basistherapeutikum MTX oder, bei MTX-Unverträglichkeit, auch als Monotherapie eingesetzt werden.

Wie wird die Behandlung mit Adalimumab durchgeführt ?
Die übliche Dosis für Erwachsene mit rheumatoider Arthritis beträgt 40 mg Adalimumab und wird alle 2 Wochen unter die Haut injiziert. Nach einer Einweisung in die Injektionstechnik und mit Einverständnis Ihres Arztes können Sie sich Adalimumab selbst injizieren.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die Wirkung kann schon am ersten Tag eintreten. Spätestens nach 2 - 3 Wochen ist mit einem Wirkungseintritt zu rechnen.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Adalimumab. Die meisten Nebenwirkungen sind leicht bis mäßiggradig ausgeprägt. Jedoch können einige auch schwerwiegend sein und eine Behandlung erfordern. Alle erwähnten Nebenwirkungen sind mit üblichen Medikamenten im Regelfall problemlos unter Kontrolle zu bringen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Häufigste Nebenwirkungen sind lokale Entzündungsreaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Verhärtung, kleine Blutergüsse), Kopfschmerzen, allergische Reaktionen wie Durchfall oder Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (z.B. Hautrötung, Juckreiz, Ausschlag, Quaddelbildung), Abgeschlagenheit, Mattigkeit, Schwindel, Übelkeit, Bauchschmerzen, Halsschmerzen, Blutbildveränderungen und Infektionen (z.B. Harnwegsinfektion, Infektionen der Atemwege (Erkältung, Schnupfen, Nasenebenhöhlenentzündung, Bronchitis, Lungenentzündung).

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Informieren Sie Ihren Arzt über mögliche Nebenwirkungen wie:

Entzündungsreaktionen an der Injektionsstelle
allergische Reaktionen der Haut
Anzeichen einer Infektion
Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken
Schwellung im Gesicht, an Händen oder Füßen
Übelkeit
Bauchschmerzen
Erbrechen
Durchfall
Taubheit
Doppeltsehen

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?Kontrolluntersuchungen
Der Arzt achtet auf Infektionszeichen. Eine häufige Nebenwirkung ist die Verminderung weisser Blutkörperchen, welche das Risiko für eine Infektion erhöhen kann. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Blutbildung feststellen. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Adalimumab-Behandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Da vereinzelt Fälle von Tuberkulose bei mit Adalimumab behandelten Patienten berichtet wurden, wird Ihr Arzt Sie vor Beginn der Behandlung mit Adalimumab auf Anzeichen und Symptome einer Tuberkulose untersuchen.

Schwangerschaft und Stillzeit
Eine Schwangerschaft muss während der Behandlung mit Adalimumab und mindestens 5 Monate nach der letzten Gabe von Adalimumab verhütet werden. Stillende Mütter sollten während der Adalimumab-Behandlung und mindestens 5 Monate nach der letzten Gabe von Adalimumab nicht stillen. Männer dürfen während der Anwendung und 70 Tage nach der letzen Adalimumab-Injektion kein Kind zeugen.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Adalimumab wird außerhalb von klinischen Studien erst seit sehr kurzer Zeit zur Behandlung bei Patienten eingesetzt. Damit fehlen wie bei allen neuen Medikamenten Langzeiterfahrungen an größeren Patientenkollektiven.

Es liegen noch wenig Daten über Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen vor. Informieren Sie auf jeden Fall Ihren Arzt, wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen oder bis vor kurzem eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

In folgenden Fällen sollten Sie Adalimumab nicht anwenden:
Wenn Sie überempfindlich (allergisch) gegenüber Adalimumab
oder einem der sonstigen Bestandteile sind
Wenn Sie an einer schweren Infektion, einschließlich einer
aktiven Tuberkulose, leiden
Wenn Sie an einer mäßigen bis schweren Herzschwäche erkrankt sind.

In folgenden Fällen informieren Sie bitte Ihren Arzt:
Während der Behandlung mit Adalimumab sollten einige Impfstoffe nicht
verwendet werden. Bitte besprechen Sie jede Impfung vorher mit Ihrem Arzt.
Informieren Sie bitte Ihren Arzt, wenn Sie vor einem operativen Eingriff
stehen, damit Ihr Arzt individuell über eine Therapiepause entscheiden kann.
Wenn Sie Multiple Sklerose haben, wird Ihr Arzt entscheiden,
ob Sie Adalimumab erhalten sollten.

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Anakinra (z. B.: Kineret®)

Was ist Anakinra ?
Anakinra ist ein Interleukin-1 Rezeptorantagonist.

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Anakinra in Frage?
Anakinra wird zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis in Kombination mit einem anderen Arzneimittel, Methotrexat, verwendet. Anakinra kann bei Patienten eingesetzt werden, die nicht ausreichend auf Methotrexat allein ansprechen. Anakinra ist ausschließlich zur Anwendung bei Erwachsenen (18 Jahre und älter) bestimmt.

Wie wird die Behandlung mit Anakinra durchgeführt ?
Anakinra wird als Fertigspritze einmal täglich unter die Haut (subkutan) gespritzt, möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Die Injektion kann von Ihnen selbst, einer ausgebildeten Hilfsperson oder Ihrem Arzt durchgeführt werden. Wenn Sie das Spritzen selbst durchführen wollen, müssen Sie die Technik beherrschen.
Die Anakinra-Fertigspritzen müssen im Kühlschrank bei +2° bis +8°C gelagert werden; bewahren Sie Anakinra in der Originalpackung auf, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Sobald eine Fertigspritze aus dem Kühlschrank entnommen worden ist und Raumtemperatur (bis zu 25°) erreicht hat, muss sie entweder innerhalb von 12 Stunden verwendet oder verworfen werden.
Bei Unklarheiten, insbesondere auch, wenn Sie einen neuen Arzt besuchen, nehmen Sie immer den Arzneimittelkarton oder den Beipackzettel mit.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Anakinra wirkt ?
Eine Besserung der Symptome der rheumatoiden Arthritis tritt nach ca. zwei Wochen evtl. auch erst später ein.

Wie lange wird die Behandlung mit Anakinra durchgeführt ?
Anakinra wirkt nur, wenn Sie die Behandlung regelmäßig bekommen. Sie muss auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern. Falls Sie einmal eine Injektion vergessen haben, sollten Sie die nächste Anakinra-Injektion nach Rücksprache mit ihrem Arzt sobald wie möglich nachholen.

Können Nebenwirkungen auftreten ?Kontrolluntersuchungen
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Anakinra -Therapie. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Sofort in ärztliche Behandlung Sie müssen sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, wenn

Warnzeichen einer Infektion auftreten sollten wie
Fieber
Husten
Rötungen und Schmerzempfindlichkeit der Haut.

Sie nach der Injektion von Anakinra

Hautausschlag am ganzen Körper bekommen
kurzatmig werden
Pfeifgeräusche beim Atmen bemerken
einen schnellen Puls bekommen
schwitzen.

Dies können Anzeichen dafür sein, dass Sie gegen Anakinra allergisch sind.

Sehr häufige Nebenwirkungen sind
Kopfschmerzen
Hautreaktionen
Rötungen, Schwellungen, Bluterguss
Juckreiz an den Einstichstellen.

Hautreaktionen treten bei mehr als der Hälfte der Patienten auf, sie sind in der Regel leicht bis mäßig und kommen häufiger zu Beginn der Behandlung mit Anakinra vor.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Infektionszeichen. Eine häufige Nebenwirkung ist die Verminderung weisser Blutkörperchen, welche das Risiko für eine Infektion erhöhen kann. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Blutbildung feststellen. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Anakinra-Behandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Schwangerschaft und Stillzeit
Eine Schwangerschaft muss während der Anakinra-Behandlung und im ersten Monat nach Absetzen sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Behandlung und im ersten Monat nach dem Absetzen kein Kind zeugen. Es ist nicht bekannt, ob Anakinra in die Muttermilch übertritt. Sie müssen das Stillen beenden, wenn Sie Anakinra anwenden.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Anakinra wird außerhalb von klinischen Studien erst seit kurzer Zeit zur Behandlung bei Patienten eingesetzt. Damit fehlen wie bei allen neuen Medikamenten Langzeiterfahrungen an größeren Patientenkollektiven.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn sie eine Vorgeschichte wiederkehrender Infektionen haben oder an Asthma leiden. Anakinra kann diese Zustände verschlimmern.
Sprechen sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie Krebs haben. Ihr Arzt muss entscheiden, ob Sie Anakinra dennoch verwenden dürfen.
Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie außerdem noch einnehmen. Nehmen Sie zusätzlich andere Rheumamedikamente, müssen deren mögliche Nebenwirkungen wie bisher berücksichtigt werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vor einem größeren operativen Eingriff stehen. Dann muss individuell über eine Therapiepause entschieden werden.

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Antimalariamittel (z. B.: Resochin®, Quensyl®)

Antimalariamittel gehören zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika.

Wie wird die Behandlung mit Antimalariamitteln durchgeführt ?
Antimalariamittel gibt es nur als Tabletten. Im allgemeinen werden zwei bis drei Tabletten täglich verordnet.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 3 - 4 Monaten. Bei manchen kann es auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Antimalariamitteln wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Antimalariamitteln durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Antimalariamitteln langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Antimalariamittel regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Antimalariamitteln nicht wirkt ?
Erst nach sechs Monaten kann sicher beurteilt werden, ob die Wirkung von Antimalariamitteln ausbleibt. Wenn die Behandlung mit Antimalariamitteln nicht wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?Kontrolluntersuchungen
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Antimalariamitteln. Daher ist eine Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt und Ihren Augenarzt notwendig. Der Hausarzt überprüft deshalb in den ersten 4 Monaten alle 2 Wochen, danach alle 2 Monate das Blut. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück.

Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.
Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Die meisten Nebenwirkungen sind ungefährlich. Einige Patienten klagen über Übelkeit und Erbrechen. Andere haben Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl oder sind außergewöhnlich müde. Diese Beschwerden treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf. Deshalb ist es günstiger, wenn Sie die Tabletten vor dem Schlafengehen einnehmen. Wenn sie zu schlimm sind, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Manchmal kommt es zu Juckreiz oder Hautausschlag. Vermeiden Sie deshalb eine zu intensive Sonneneinstrahlung.

Beeinträchtigen Antimalariamittel die Augen ?
In den ersten Tagen kommt es manchmal zu Sehstörungen, wie z. B. Verschwommensehen, Lichtempfindlichkeit oder Störungen des Farbsehens. Diese Veränderungen bilden sich nach kurzer Zeit zurück. Sie sind ungefährlich. Möglicherweise behindern sie beim Autofahren.

Gibt es gefährliche Nebenwirkungen an den Augen ?
Vor Beginn und während der Behandlung mit Antimalariamitteln müssen Sie regelmäßig vom Augenarzt untersucht werden. Bei bestimmten schweren Augenerkrankungen rät er von vornherein von einer Einnahme ab. Während der Behandlung können sehr selten Netzhautveränderungen entstehen. Sie sind abhängig von der Dosis. Darüber sollten Sie nicht erschrecken: Der Augenarzt kann diese Veränderungen erkennen, bevor bleibende Schäden auftreten. Deshalb müssen Sie alle 6 Monate zum Augenarzt gehen. Sie selbst merken von diesen Veränderungen nichts. Nur der Augenarzt kann sie rechtzeitig entdecken.

Vor Beginn der Therapie und während der Therapie alle 6 Monate augenärztliche Untersuchung !

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung mit Antimalariamitteln sollten Frauen nicht schwanger werden. Ob die Behandlung in der Schwangerschaft und Stillzeit fortgesetzt werden kann, entscheidet Ihr Arzt. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie außerdem noch einnehmen.

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Azathioprin (z. B.: Imurek®, Azafalk®, Azamedac®)

Azathioprin gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Azathioprin durchgeführt ?
Azathioprin wird im allgemeinen in Form von Tabletten verordnet, die zwei bis drei mal täglich genommen werden.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 4 - 8 Wochen. Bei manchen kann es auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.

Was müssen Sie während der Azathioprinbehandlung besonders beachten ?
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.
Azathioprin sollte nicht mit Allopurinolpräparaten zusammen eingenommen werden. Besonders vorsichtig müssen Sie sein bei Medikamenten gegen erhöhte Harnsäure.
Diese Medikamente enthalten z.B. Allopurinol:

Zyloric®
Bleminol®
Allo-Puren®

Eine Schwangerschaft sollte während der Behandlung mit Azathioprin und in den ersten sechs Monaten nach Absetzen des Medikamentes sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Behandlung mit Azathioprin und in den ersten sechs Monaten nach dem Absetzen des Azathioprin kein Kind zeugen.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Azathioprin wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Azathioprin durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Azathioprin langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Azathioprin regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Azathioprin nicht wirkt ?
Erst nach sechs Monaten kann man sicher beurteilen, ob die Wirkung von Azathioprin ausbleibt. Wenn die Behandlung mit Azathioprin nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern. Nach Absetzen von Azathioprin kann es zu einem Krankheitsschub kommen. Er läßt sich durch entsprechende Behandlungsmaßnahmen abfangen.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Azathioprin. Daher ist eine häufige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Nicht selten kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Manche Patienten nehmen an Gewicht ab. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt spätestens bei der nächsten Untersuchung informieren.
Sofort in ärztliche Behandlung Sie müssen sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, wenn Fieber auftritt.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und Blutbildung feststellen. Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

1. - 2. Monat

ab 3. Monat

alle 1 - 2 Wochen

alle 4 Wochen

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Behandlung mit Azathioprin bemerken, sollten Sie Ihren Hausarzt unverzüglich informieren.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung mit Azathioprin sollten Impfungen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen.

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Cortison (z. B.: Prednisolon®, Syntestan®)

Was ist Cortison ?
Cortison ist ein lebensnotwendiges Hormon, das der Körper selbst in der Nebennierenrinde herstellt. In hohen Dosen wirkt dieses Hormon stark entzündungshemmend. Das wird in der Behandlung Ihrer Erkrankung genutzt. Cortison, Glucocorticoide und Steroide sind verschiedene Namen für die gleiche Medikamentengruppe. Die einzelnen Präparate unterscheiden sich in ihrer Wirkstärke und in ihren Nebenwirkungen. Ein häufig eingesetzter Cortisonwirkstoff heißt Prednisolon.

Für welche Patienten kommt die Cortisontherapie in Frage ?
Zunächst gibt es einige rheumatische Erkrankungen, bei denen die Cortisontherapie dringend und unvermeidlich ist. Hierzu gehören schwere Krankheitsverläufe der Kollagenosen (= Oberbegriff für eine Reihe von Krankheiten, deren gemeinsames Merkmal gesicherte oder wahrscheinliche Autoimmunvorgänge sind). Dazu zählt beispielsweise der Lupus erythematodes, die Polymyalgia rheumatica, die chronische Polyarthritis und die Psoriasis-Arthritis. Beim Morbus Bechterew ist der Einsatz von Corticoiden nur selten erforderlich.

Wie wird die Behandlung mit Cortison durchgeführt ?
Die Cortisonbehandlung in der Rheumatologie erfolgt in der Regel durch Tabletten, seltener ist die muskuläre oder venöse Injektion. Eine wichtige Verabreichungsform ist zudem die Injektion von Cortison in Gelenke (intraartikulär). Der Vorteil der intraartikulären Injektion ist die höhe Wirkstoffkonzentration des Cortisons im kranken Gelenk, ohne daß der übrige Organismus wesentlich beteiligt wird. Sind mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen, wird ein rascher Wirkspiegel in den Gelenken durch Tablettengabe erreicht.

Bei Rheumaschüben hat es sich bewährt, die Cortisontherapie mit höheren Dosen einzuleiten, die dann bei Besserung des Befindes rasch auf die Erhaltungsdosis reduziert werden. Hohe Cortisondosen, die kurzzeitig gegeben werden, erzielen eine schnelle und starke Wirkung, ohne daß nachteilige Folgen für den Organismus zu befürchten sind.

Die für Sie erforderliche Dosis richtet sich nach Ihrer Erkrankung. In der Regel wird mit einer hohen Cortisondosis begonnen, um Ihre Erkrankung schnell zu bessern. So bekommen Sie zu Beginn zum Beispiel 30 mg oder auch 250 mg Prednisolon täglich. Wenn eine Wirkung eingetreten ist, wird Ihr Arzt die Dosis reduzieren und, wenn möglich, die Behandlung auch beenden.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Eine Besserung tritt sehr rasch innerhalb von Stunden bis Tagen ein.

Wie lange wird die Behandlung mit Cortison durchgeführt ?
Die Behandlungsdauer richtet sich nach Ihren Beschwerden und Ihren medizinischen Befunden. Bei Besserung kann die Dosis nach Rücksprache mit Ihrem Arzt reduziert oder die Behandlung ganz beendet werden. Häufig ist aber gerade bei chronischen Erkrankungen eine längerfristige, niedrig dosierte Cortisontherapie erforderlich.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Da Cortison nicht nur bei rheumatischen Erkrankungen, sondern auch zum Beispiel bei Asthma oder entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt wird, haben viele Patienten schon etwas über die Cortisonbehandlung gehört. Sie haben häufig Angst vor möglichen Nebenwirkungen. Cortisonschäden sind heute aber viel seltener als in der Anfangszeit der Cortisonbehandlung, weil mittlerweile bekannt ist, daß gerade die Dosierung und die Behandlungszeit eine große Bedeutung für das Auftreten von unerwünschten Wirkungen haben. Kurzfristig können auch höhere Dosen ohne Bedenken eingenommen werden. Für eine längerfristige Therapie wird Ihr Arzt stets versuchen, eine möglichst geringe Dosis zu wählen. Die Nebenwirkungen sind inzwischen gut bekannt und können durch entsprechende Untersuchungen rechtzeitig erfaßt werden. Dies erfordert allerdings, daß Sie regelmäßig die Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Arzt durchführen lassen. Sollte eine unerwünschte Wirkung bei Ihnen eintreten, so bildet sich diese nach Absetzen der Cortisonbehandlung oft zurück. Beenden Sie aber niemals Ihre Cortisontherapie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt!

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Unerwünschte Wirkungen treten vor allem bei langfristiger und hochdosierter Cortisonbehandlung auf, bei niedrigeren Dosen sind sie seltener. Viele Patienten berichten über ein stärkeres Hungergefühl. Es kann auch zu einem runderem Gesicht oder einer Muskelschwäche kommen. Gelegentlich kommt es zu psychischen Reaktionen auf eine Cortisontherapie. Einige fühlen sich euphorisch, seltener sind Depressionen. Sollten Sie schon einmal an einer Depression erkrankt sein, sagen Sie dies ihrem Arzt. Eine Entkalkung der Knochen, eine sogenannte Osteoporose, kann sich besonders bei einer längeren und höher dosierten Cortisontherapie entwickeln. Deswegen erhalten viele zusätzlich Calcium und Vitamin D, um einer Osteoporose vorzubeugen. Gelegentlich kommt es auch zu Blutzuckersteigerungen, die eine entsprechende Behandlung erfordern. Magenschleimhautentzündung und Magengeschwüre treten meist auf, wenn gleichzeitig andere Medikamente, wie z. B. cortisonfreie Entzündungshemmer (NSAR) oder Acetylsalicylsäure (z. B. Aspirin, ASS) eingenommen werden. Wenn Sie Fieber haben oder wenn andere Hinweise auf eine Infektion vorliegen, suchen Sie Ihren Arzt umgehend auf. Ungewöhnlich starker Durst und häufiges Wasserlassen können auf eine Zuckerkrankheit hinweisen. Sollten bei Ihnen solche Beschwerden auftreten, informieren Sie ebenfalls Ihren Arzt darüber.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Informieren Sie Ihren Arzt über mögliche Nebenwirkungen wie:

Veränderungen an der Haut, (z.B. vermehrt Pickel oder kleinere Blutungen)
Depressionen
Anzeichen einer Infektion
Fieber
ungewöhnlich starker Durst
häufiges Wasserlassen

Wie oft müssen Kontrolluntersuchungen bei Ihrem Arzt durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen
Die notwendigen Kontrollen richten sich nach Ihrer Erkrankung und der deswegen erforderlichen Cortisondosis. Ihr Arzt entscheidet, wie oft Sie zu einer Untersuchung in die Praxis kommen sollen. Zusätzlich sollte bei längerfristiger Cortisontherapie einmal im Jahr eine augenärztliche Untersuchung erfolgen.

Was ist eine Low-dose-Therapie ?
Darunter versteht man eine längerfristige Cortisonbehandlung mit einer möglichst niedrigen Dosis. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam die für Sie gerade noch wirksame Cortisonmenge ermitteln. Dazu wird er in kleinen Schritten die Dosis abbauen, zum Beispiel alle 4 Wochen um 1 mg Prednisolon. Die Dosis sollte so niedrig wie möglich sein, um das Risiko unerwünschte Wirkungen zu verringern. Inzwischen weiß man, daß selbst geringe Cortisonmengen wie z. B. 3 - 6 mg Prednisolon wirksam sind.

Was müssen Sie bei einer Cortisonbehandlung unbedingt beachten ?
Sie nehmen Ihre Cortisontabletten morgens auf einmal ein, am besten in der Zeit zwischen 6 und 8 Uhr. Der Körper produziert in den frühen Morgenstunden das meiste Cortison, so daß eine Einnahme morgens die körpereigene Hormonbildung am wenigsten stört. Manchmal ist es erforderlich, daß auch abends noch eine geringe Cortisondosis eingenommen werden muß. Darüber entscheidet Ihr Arzt.

Eine Cortisonbehandlung darf niemals ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt abgebrochen werden, denn durch die Therapie ist die körpereigene Cortisonproduktion möglicherweise unterdrückt. Es kann sonst zu gefährlichen Mangelerscheinungen kommen, da Ihr Körper nicht in der Lage ist, sofort wieder eine ausreichende Cortisonmenge herzustellen. Außerdem wird sich Ihre Erkrankung verschlechtern.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente,
die sie außerdem noch einnehmen.

Sie sollten regelmäßig Aufzeichnungen über Ihre Medikation führen
(z.B. in einem Medikamentenpaß) und diese mit sich führen.

Fragen Sie bei jeder Spritze, die Sie wegen Ihrer Gelenkbeschwerden
in den Muskel bekommen sollen, ob sie Cortison enthält. Diese
Behandlungsform ist veraltet, da sie stärkere Nebenwirkungen
als eine Therapie mit Cortisontabletten hat

Wie können Sie das Risiko einer Osteoporose vermindern?
Durch eine calciumreiche Ernährung können Sie dazu beitragen, daß sich eine Osteoporose möglichst nicht entwickelt oder, falls bei Ihnen schon eine Osteoporose bestehen sollte, nicht verschlechtert. Jeden Tag sollten Sie etwa 1 - 1,5 g Calcium zu sich nehmen. Viel Calcium ist zum Beispiel in Milch ( 1 l Milch = 1,2 g Calcium) und Milchprodukten, wie Käse oder Jogurt, enthalten.

Wie können Sie das Risiko einer Gewichtszunahme vermindern?
Sie sollten besonders während einer Cortisontherapie auf eine ausgeglichene eiweiß- und vitaminreiche Ernährung achten. Wichtig ist eine salzarme Kost, um Wassereinlagerungen zu vermeiden. Sie sollten sich einmal wöchentlich wiegen und Ihr Gewicht aufschreiben. Bei einer Gewichtszunahme überprüfen Sie Ihre Ernährung: Wieviel Kalorien habe ich täglich zu mir genommen? Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt, ob möglicherweise Wassereinlagerungen vorliegen können.

Schwangerschaft und Stillzeit
Die Behandlung mit Cortison kann auch während einer Schwangerschaft oder Stillzeit fortgesetzt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.

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Cyclophosphamid (z. B.: Endoxan®)

Cyclophosphamid gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Cyclophosphamid durchgeführt ?
Die Behandlung mit Cyclophosphamid kann entweder mit Tabletten (Cyclophosphamid-Dauertherapie) oder als Infusion (Cyclophosphamid-Bolustherapie) erfolgen. Sie erhalten dann in der Regel alle 3 Wochen eine Infusion. Über die für Sie richtige Therapieform entscheidet Ihr Arzt.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Bei der Cyclophosphamid-Dauertherapie merken die meisten Patienten eine Besserung nach etwa 2 - 4 Wochen, bei der Cyclophosphamid-Bolustherapie ist eine Wirkung nach der 2. oder 3. Infusion zu erwarten. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine höhere Dosis.

Was müssen Sie während der Cyclophosphamidbehandlung besonders beachten ?
Cyclophosphamid kann die Blase schädigen. Deswegen müssen Sie während der Therapie viel trinken! Besprechen Sie die notwendige Trinkmenge mit Ihrem Arzt. Zusätzlich bekommen Sie ein Medikament, das die Blasenschleimhaut schützt. Der Wirkstoff heißt Mesna.

Wie lange wird die Behandlung mit Cyclophosphamid durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Cyclophosphamidbehandlung langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Cyclophosphamid regelmäßig einnehmen bzw. ihre Infusion regelmäßig bekommen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit wieder verschlimmern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Cyclophosphamidtherapie. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Arzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Sofort in ärztliche Behandlung Sie müssen sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftreten sollte:

Fieber
Luftnot / Husten
Halsentzündung
blutiger Urin
Schmerzen/Brennen beim Wasserlassen

Außerdem kann Übelkeit auftreten, die sich aber medikamentös bessern läßt. Gelegentlich kommt es zu Haarausfall, der sich nach Therapieende in der Regel zurückbildet.

Bei der Cyclophosphamid-Therapie besteht ein erhöhtes, dosisabhängiges Risiko für spätere Tumorerkrankungen. Deshalb ist auch nach Abschluß der Behandlung eine weitere Kontrolle durch Ihren Arzt notwendig.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Blutbildung und an der Leber feststellen. Achten Sie mit auf die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie dürfen nicht unter 3000/µl sinken. Auch eine Urinkontrolle ist notwendig.

Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Cyclophosphamidbehandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?

Cyclophosphamid-Dauertherapie

Blutuntersuchung

Urinuntersuchung

jede Woche
(Leukozyten < 3 000/µl ?)

jede Woche

Kontrolluntersuchungen

Cyclophosphamid-Bolustherapie

Blutuntersuchung und Urinuntersuchung

8., 10. und 12. Tag
nach der Infusion
eventuell, in Abhängigkeit von den Werten, auch häufiger

Zur Kontrolle Ihrer Behandlung werden die Medikamentendosis und die Laborwerte in einen Therapiepass eingetragen.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Impfungen sollten während der Behandlung mit Cyclophosphamid nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Eine Schwangerschaft muß während der Behandlung vermieden werden.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.

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Cyclosporin A (z. B.: Sandimmun®)

Cyclosporin A gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Cyclosporin durchgeführt ?
Cyclosporin gibt es als Gelatinekapseln oder als Trinklösung. Die Dosis richtet sich nach Ihrem Körpergewicht. Sie kann sich während der Behandlung ändern.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 4 - 8 Wochen. Bei manchen kann es auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Cyclosporin wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Cyclosporin durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Cyclosporin langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Cyclosporin regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Cyclosporin nicht wirkt ?
Erst nach 3 Monaten kann man den Erfolg einer Behandlung mit Cyclosporin sicher beurteilen. Wenn das Cyclosporin nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Cyclosporin. Daher ist eine häufige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede Nebenwirkung zwingt zum Abbruch der Therapie. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Relativ häufig kommt es zu Veränderungen des Zahnfleisches. Es können auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Manche Patienten nehmen an Gewicht ab. Die Körperbehaarung kann zunehmen. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt informieren.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen und kontrolliert Ihren Blutdruck. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig, um die Nierenfunktion zu prüfen.

Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Cyclosporin-Behandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

1. - 2. Monat

ab 3. Monat

alle 1 - 2 Wochen

alle 4 Wochen

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Therapie mit Cyclosporin bemerken, informieren Sie Ihren Arzt.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung mit Cyclosporin sollten Impfungen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Eine Schwangerschaft sollte während der Behandlung vermieden werden.

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D-Penicillamin (z. B.: Metalcaptase® (früher Trolovol®))

D-Penicillamin gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit D-Penicillamin durchgeführt ?
MD-Penicillamin gibt es nur als Tabletten. Die Dosis wird langsam gesteigert. Dadurch vertragen Sie das Medikament besser.

0

morgens

mittags

abends

1. und 2. Woche

150 mg

0

0

3. und 4. Woche

150 mg

0

150 mg

5. und 6. Woche

150 mg

150 mg

150 mg

7. bis 16. Woche

300 mg

0

300 mg

Was ist bei der Tabletteneinnahme zu beachten ?
Die Tabletten sollten 30 bis 60 Minuten vor einer Mahlzeit und nicht mit anderen Medikamenten zusammen eingenommen werden.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 12 Wochen. Manchmal kann es auch bis zu 6 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.

Wie geht die Behandlung mit D-Penicillamin nach der 16. Woche weiter ?
Wenn die Behandlung mit D-Penicillamin gut wirkt, wird Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen versuchen, die Dosis zu verringern. Er will herausfinden, mit welcher Dosis Sie noch gut behandelt werden. Das Risiko unerwünschter Wirkung nimmt dadurch ab.

Was passiert, wenn die Behandlung mit D-Penicillamin nach 16 Wochen nicht ausreichend wirkt ?
Sollte sich nach der 16. Woche zeigen, daß noch keine ausreichende Besserung durch die Behandlung mit D-Penicillamin eingetreten ist, wird Ihr Arzt Ihnen eine Steigerung der Dosis empfehlen. Sie wird alle 2 Wochen um je 150 mg gesteigert bis die Höchstdosis von 900 mg erreicht ist.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit D-Penicillamin wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie z.B. die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit D-Penicillamin durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit D-Penicillamin langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht, sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit D-Penicillamin nicht wirkt ?
Erst nach 6 Monaten kann man sicher beurteilen, ob die Wirkung der Behandlung mit D-Penicillamin ausbleibt. Wenn die Behandlung mit D-Penicillamin nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit D-Penicillamin. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück.

Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zu einem Abbruch der Therapie. Die meisten im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Manchmal kommt es zu Geschmacksstörungen. Diese Nebenwirkung ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Sie bildet sich nach zwei bis drei Monaten zurück. Beobachten Sie, ob ein Juckreiz oder ein Hautausschlag auftritt.

Achten Sie auf schmerzhafte Bläschen oder Entzündungen im Mund und/oder Rachen. Informieren Sie Ihren Arzt über diese Nebenwirkungen.

Sofort in ärztliche Behandlung Sie sollten sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, wenn Sie eines der folgenden Warnzeichen bemerken:

Fieber
Sehschwäche
Doppelbilder
ungewohntes Zahnfleischbluten
"blaue Flecke"

Glücklicherweise sind diese Nebenwirkungen äußerst selten.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und Blutbildung feststellen. Besonders wichtig ist auch eine Urinuntersuchung, um die Nierenfunktion zu prüfen. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Behandlung mit D-Penicillamin auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

1. - 3. Monat

ab 4. Monat

alle 2 Wochen

alle 4 Wochen

Sollten Sie ungewohnte Beschwerden während der Behandlung mit D-Penicillamin bemerken, dann müssen Sie unverzüglich Ihren Hausarzt informieren.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung ist bei Frauen eine sichere Empfängnisverhütung notwendig. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Behandlung mit D-Penicillamin nicht fortgesetzt werden. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie außerdem noch einnehmen.

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Etanercept (z. B.: Enbrel®)

Etanercept ist ein TNF-alpha-Blocker.

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Etanercept in Frage ?
Das Medikament wurde zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt) bei Erwachsenen und Kindern zugelassen, wenn das Ansprechen auf andere Basistherapeutika unzureichend ist oder diese zu starken Nebenwirkungen führen.

Wie wird die Behandlung mit Etanercept durchgeführt ?
eIm allgemeinen liegt die empfohlene Dosierung für Erwachsene mit rheumatoider Arthritis bei 25 mg pro Injektion, die zweimal wöchentlich als Injektion unter die Haut gegeben wird. Die Injektion kann von Ihnen selbst, einer ausgebildeten Hilfsperson oder Ihrem Arzt durchgeführt werden. Wenn Sie das Spritzen selbst durchführen wollen, müssen Sie die Zubereitung der Substanz und die Technik beherrschen.

Die Etanercept-Fläschchen, die Trockensubstanz beinhalten, müssen im Kühlschrank bei +2° bis +8°C gelagert werden, sie dürfen nicht einfrieren. Zur Injektion muss eine Injektionslösung hergestellt werden (vgl. den Fläschchen beiliegende Gebrauchsanweisung der Firma). Nach Herstellung der Etanercept-Injektionslösung sollte diese unverzüglich verwendet werden (innerhalb von 6 Stunden bei Lagerung zwischen +2° - +8°C im Kühlschrank).

Bei Unklarheiten, insbesondere auch, wenn Sie einen neuen Arzt besuchen, nehmen Sie immer den Arzneimittelkarton oder den Beipackzettel mit.

Woran merken Sie, dass die Behandlung mit Etanercept wirkt ?
Eine Besserung der Schmerzen und Schwellungen wird nach 1 - 2 Wochen eintreten, evtl. auch erst später. Die Morgensteifigkeit nimmt ab.

Wie lange wird die Behandlung mit Etanercept durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Etanercept langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie die Behandlung regelmäßig bekommen. Sie muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern. Falls Sie einmal eine Injektion vergessen haben, sollten Sie die nächste Etanercept-Injektion sobald wie möglich nachholen.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Etanercept nicht wirkt ?
Ein Teil der Patienten spricht nicht ausreichend auf eine alleinige Etanercept-Therapie an. In diesen Fällen kann eine Kombination mit langwirksamen Rheumamedikamenten erfolgen. Die Auswahl der in Frage kommenden Medikamente erfolgt durch Ihren Arzt.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie achten ?Kontrolluntersuchungen
Bei jeder Behandlung können unerwünschte Begleiterscheinungen auftreten, dies gilt auch für die Therapie mit Etanercept. Daher sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch Ihren Arzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Die häufigsten Nebenwirkungen sind zumeist harmlose Reaktionen an der Injektionsstelle wie Jucken, Wundgefühl, Rötung oder Schmerzen. Im allgemeinen nehmen diese Reaktionen nach dem ersten Behandlungsmonat ab. Die Injektionsstelle sollte gewechselt werden.

Falls nach einer Injektion ein Hautausschlag, ein geschwollenes Gesicht oder Schwierigkeiten beim Atmen auftreten, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt oder suchen Sie eine Krankenhaus-Notaufnahme auf.

Andere Nebenwirkungen, die während der Anwendung von Etanercept auftreten können, umfassen: Kopfschmerzen, eine laufende Nase, Nasennebenhöhlenentzündungen, Halsschmerzen, verstärktes Husten, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Schwächegefühl, Benommenheit, Fieber und Blutungsneigung. Wenn Sie diese Symptome beobachten, sollten Sie Ihren Arzt informieren.

Da die Substanz den Tumor Nekrose Faktor, der auch zur Abwehr von Erregern benötigt wird, blockiert, kann es bei Ihnen unter der Therapie zu vermehrten Infektionen kommen. Sie dürfen Etanercept nicht injizieren, wenn eine schwerwiegende Infektion bei Ihnen vorliegt.

Der derzeitige Wissensstand kann nicht ausschließen, dass Tumorerkrankungen (Krebs) durch die Etanercept-Behandlung fortschreiten. Deshalb sollten Patienten mit Tumorerkrankungen nur nach Abwägung der individuellen Risiken behandelt werden. Sollte bei Ihnen während der Therapie eine Tumorerkrankung neu auftreten, muß individuell über die Fortführung der Etanercept-Therapie entschieden werden. Unklar ist zur Zeit auch, ob das Risiko eine Multiple Sklerose (Erkrankung des zentralen Nervensystems) zu bekommen, durch diese Behandlung erhöht ist.

Welche Nebenwirkungen können durch den Arzt festgestellt werden ?
Der Arzt wird festlegen, ob bestimmte Risiken für die Anwendung der Etanercept-Therapie vorliegen. Unter der Etanercept-Behandlung werden regelmäßig Blutbildkontrollen durchgeführt. Bei nicht abheilenden Infekten, insbesondere der oberen Atemwege oder bei Fieber, sollte eine Röntgenaufnahme der Lunge durchgeführt werden. Vereinzelt wurde über eine Verminderung der Blutzellen berichtet.

Schwangerschaft
Über die Auswirkungen einer Etanercept-Therapie in der Schwangerschaft und beim Stillen liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Eine Schwangerschaft muß deshalb während der Etanercept-Behandlung und in den ersten drei Monaten nach Absetzen des Etanercept sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Etanercept-Behandlung und in den ersten drei Monaten nach dem Absetzen des Etanercept kein Kind zeugen.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Etanercept wird erst seit wenigen Jahren zur Behandlung von Patienten eingesetzt, damit fehlen Langzeiterfahrungen.

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen. Nehmen Sie zusätzlich andere Rheumamedikamente, müssen deren mögliche Nebenwirkungen wie bisher berücksichtigt werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vor einem größeren operativen Eingriff stehen. Dann muß individuell über eine Therapiepause entschieden werden.

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Gold - oral (z. B.: Ridaura®)

Die Goldtherapie ist eine langwirksame antirheumatische Therapie und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Goldtabletten durchgeführt ?

0Dosis:

morgens

abends

0

1 Tbl.

1 Tbl.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 3 Monaten. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Goldtabletten wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Goldtabletten durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Goldtabletten langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihre Goldtabletten regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern. Über ein Absetzen der Behandlung entscheidet Ihr Arzt.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Goldtabletten nicht wirkt ?
Erst nach 6 Monaten kann man sicher beurteilen, ob die Wirkung der Behandlung mit Goldtabletten ausbleibt. Wenn die Behandlung nicht ausreichend wirkt, entscheidet Ihr Arzt über eine mögliche Dosiserhöhung auf 3 x 1 Tablette täglich, oder er ändert Ihre Therapie.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Goldtabletten. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Häufig kommt es zu Durchfällen, weichem Stuhl oder Blähungen. Dies ist zwar unangenehm, aber selten so schlimm, daß die Goldtabletten abgesetzt werden müssen. Beobachten Sie, ob ein Juckreiz oder ein Hautausschlag auftritt. Achten Sie auf schmerzhafte Bläschen oder Entzündungen im Mund und/oder Rachen. Informieren Sie Ihren Arzt über diese Symptome. Falls bei Ihnen ein ungewohntes Zahnfleischbluten oder nicht erklärliche "blaue Flecke" auftreten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen. Diese Veränderungen können Zeichen für einen bedrohlichen Mangel an Blutplättchen sein. Glücklicherweise tritt diese Nebenwirkung von Goldtabletten äußerst selten auf.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und/oder Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Besonders wichtig ist auch eine Urinuntersuchung. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Goldtabletten auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung.

Wie oft müssen Sie Ihren Hausarzt aufsuchenKontrolluntersuchungen ?

1. - 3. Monat

ab 4. Monat

alle 2 Wochen

alle 4 Wochen

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Goldtherapie bemerken, informieren Sie unverzüglich Ihren Hausarzt.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung ist bei Frauen eine sichere Empfängnisverhütung notwendig. In der Schwangerschaft und Stillzeit darf die Goldbehandlung nicht fortgesetzt werden. Solange Sie Goldtabletten einnehmen, sollten Sie eine intensive Sonnenbestrahlung vermeiden. Es kann sonst zu Hautausschlägen kommen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen.

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Gold - parenteral (z. B.: Tauredon®)

Die Goldtherapie ist eine langwirksame antirheumatische Therapie und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Goldspritzen durchgeführt ?
Die Behandlung erfolgt in drei Stufen. Zunächst erhalten Sie eine Testdosis. Damit wird eine mögliche Goldallergie festgestellt. Danach beginnt die Sättigungsphase. In dieser Zeit bekommen Sie in jeder Woche ein oder zwei Spritze(n). Diese Phase dauert 12 Wochen. Anschließend folgt die Erhaltungstherapie. Jetzt bekommen Sie in jeder 2. Woche eine Spritze. Die Goldspritzen werden in den Gesäßmuskel gegeben.

Aufsättigungsphase

Erhaltungstherapie

1. Woche

2. Woche

3. - 12. Woche
jede Woche

Ab 13. Woche
jede 2. Woche

10 mg

20 mg

50 mg

50 mg

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 6 - 8 Wochen. Bei einigen kann es bis zu 3 Monaten dauern, bis eine Wirkung zu spüren ist.

Wozu dient der Therapiepass (Goldpass) ?
Zur Überwachung der Behandlung erhalten Sie einen Pass, in dem jede Spritze mit Datum und Dosis eingetragen wird. Auch Kontrolluntersuchungen werden darin vermerkt.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Goldspritzen wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Goldspritzen durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Goldspritzen langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihre Goldspritzen regelmäßig bekommen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern. Über ein Absetzen der Behandlung entscheidet Ihr Arzt.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Goldspritzen nicht wirkt ?
Erst nach 6 Monaten kann man sicher beurteilen, ob die Wirkung der Behandlung mit Goldspritzen ausbleibt. Wenn die Behandlung nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Goldspritzen. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Beobachten Sie, ob ein Juckreiz oder ein Hautausschlag auftritt. Achten Sie auf schmerzhafte Bläschen oder Entzündungen im Mund und/oder Rachen. Informieren Sie Ihren Arzt über diese Nebenwirkungen. Falls bei Ihnen ein ungewohntes Zahnfleischbluten oder nicht erklärliche "blaue Flecke" auftreten, sollten Sie unverzüglich Ihren Arzt aufsuchen. Diese Veränderungen können ein Zeichen für einen bedrohlichen Mangel an Blutplättchen sein. Glücklicherweise tritt diese Goldnebenwirkung äußerst selten auf. Manchmal tritt ein Metallgeschmack auf, der aber eher harmlos ist. Am Tag der Injektion können Gliederschmerzen spürbar sein. Diese Beschwerden sind nicht gefährlich und eher ein Zeichen der Wirkung.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Besonders wichtig ist auch eine Urinuntersuchung. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Goldbehandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

1. - 3. Monat

ab 4. Monat

alle 2 Wochen

alle 4 Wochen

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Goldtherapie bemerken, informieren Sie Ihren Hausarzt spätestens vor der nächsten Spritze.

Was passiert, wenn Sie eine Spritze verpaßt haben ?
Wenn Sie wirklich einmal eine Spritze versäumt haben, muß diese nachgeholt werden. Allerdings darf die Spritze nicht häufiger vergessen werden, da sonst der Behandlungserfolg gefährdet ist.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung ist bei Frauen eine sichere Empfängnisverhütung notwendig. In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Goldbehandlung nicht fortgesetzt werden. Solange Sie Goldspritzen bekommen, sollten Sie eine intensive Sonnenbestrahlung vermeiden, sonst kann es zu Hautausschlägen kommen. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen.

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Infliximab (z. B.: Remicade®)

Infliximab ist ein TNF-alpha-Blocker.

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Infliximab in Frage ?
Das Medikament wurde zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt) bei Erwachsenen zugelassen, wenn das Ansprechen auf andere Basistherapeutika unzureichend ist oder diese zu Nebenwirkungen führen.

Wie wird die Behandlung mit Infliximab durchgeführt ?
Der Wirkstoff Infliximab wird Ihnen als eine Infusion über eine Vene zu Beginn der Behandlung und dann zu den Zeitpunkten nach 2 und 6 Wochen und dann alle 6 - 8 Wochen gegeben. Sie erhalten Infliximab normalerweise in der Dosierung von 3 mg/kg Körpergewicht. In Einzelfällen kann eine Dosissteigerung auf 5 - 10 mg pro kg Körpergewicht oder eine Verkürzung der Zeitintervalle zwischen den Infusionen notwendig sein. Die Dauer der Infusion beträgt ca. 2 Stunden. Während und bis mindestens 1 Stunde nach der Infusion müssen Sie überwacht werden.

Zumeist wird Ihnen Ihr Arzt gleichzeitig zur Therapie mit Infliximab eine Behandlung mit Methotrexat vorschlagen. Die Kombination aus Methotrexat und Infliximab verstärkt die Wirkung der Behandlung und scheint die Bildung von Antikörpern gegen Infliximab zu vermindern.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die Wirkung kann schon am ersten Tag eintreten. Spätestens ist nach 2 - 3 Wochen mit einem Wirkungseintritt zu rechnen. Eine spürbare Wirkung tritt bei mindestens der Hälfte der behandelten Patienten auf.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Alle erwähnten Nebenwirkungen sind mit üblichen Medikamenten im Regelfall problemlos unter Kontrolle zu bringen. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen unter Infiximab-Therapie sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Husten, Hitzewallungen und Hautausschlag. Nicht ausgeschlossen ist ein vermehrtes Auftreten von Harnwegs- oder Atemwegsinfekten. Unter der Behandlung sind auch vereinzelt Fälle von Tuberkulose aufgetreten.

Infliximab stellt ein Fremdeiweiß für den Organismus dar, deshalb ist die Entwicklung von Antikörpern gegen Infliximab möglich und kann es zu allergischen Reaktionen unter der Therapie mit Infliximab, vor allem nach mehrmaliger Behandlung, kommen. Diese Reaktionen können eventuell schwer­wiegend verlaufen. Teilen Sie daher Ihrem Arzt/Ärztin bitte auf jeden Fall mit, ob Sie früher schon einmal mit Infliximab behandelt worden sind.

Sehr selten auftretende Nebenwirkungen sind Symptome, die denen bei der Krankheit Lupus erythematodes (einer Bindegewebserkrankung) ähneln. Hierbei handelt es sich um vorübergehende Haut- und Gelenkentzündungen, die nach der Beendigung der Infliximab-Behandlung wieder abklingen. In vereinzelten Fällen wurde in den bisher durchgeführten Studien die Bildung von Lymphomen (bösartige Neubildungen des lymphatischen Gewebes) beobachtet, ohne daß ein ursächlicher Zusammenhang vorliegen muß. Dabei handelte es sich um Patienten, welche einen langen Krankheitsverlauf hatten und bereits andere immunsupprimierende Therapien erhalten hatten. Es ist bekannt, daß unter Therapien, die das Immunsystem beeinflussen, häufiger Lymphome auftreten können. Eine abschließende Bewertung bezüglich einer möglichen Verursachung von Lymphomen durch Infliximab-Therapie ist zur Zeit noch nicht möglich.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können auftreten ?
Kortison-Präparate führen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen mit Infliximab. Erkenntnisse über Wechselwirkungen von Infliximab mit anderen Medikamenten liegen nicht vor.

Schwangerschaft
Eine Schwangerschaft muß während der Infliximab-Behandlung und in den ersten sechs Monaten nach Absetzen sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Behandlung und in den ersten sechs Monaten nach dem Absetzen kein Kind zeugen.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Infliximab wird erst seit 1998 zur Behandlung von Patienten eingesetzt, damit fehlen wie bei allen neuen Medikamenten Langzeiterfahrungen. Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen. Nehmen Sie zusätzlich andere Rheumamedikamente, müssen deren mögliche Nebenwirkungen wie bisher berücksichtigt werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vor einem größeren operativen Eingriff stehen. Dann muß individuell über eine Therapiepause entschieden werden.

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Leflunomid (z. B.: Arava®)

Leflunomid gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Leflunomid durchgeführt ?
Leflunomid wird meist in den ersten drei Tagen zum schnelleren Wirkungseintritt in einer Startdosis von 100 mg pro Tag verabreicht (1 x 1 Tablette 100 mg / Tag an den ersten 3 Tagen). Ab dem 4. Tag wird eine Erhaltungsdosis eingenommen.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten verspüren eine Besserung bereits nach 4 - 6 Wochen.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Leflunomid wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Leflunomid durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Leflunomidbehandlung langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Leflunomid regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit wieder verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Leflunomid nicht wirkt ?
Frühestens nach 4 Monaten kann man die Leflunomidbehandlung sicher beurteilen. Wenn Leflunomid nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Leflunomidtherapie. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen treten nur selten auf.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Es können bei einigen Patienten folgende Nebenwirkungen auftreten:

Appetitlosigkeit
Übelkeit
Erbrechen
Bauchschmerzen
Durchfall, Kopfschmerzen
Müdigkeit
Haarausfall
Hautrötungen

Manche Patienten zeigen einen leichten Anstieg des Blutdrucks oder verlieren vorübergehend gering an Gewicht. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt informieren. Er wird dann über die weitere Behandlung entscheiden.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen sowie Veränderungen des Blutdrucks. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Diese Untersuchungen können durch Ihren Hausarzt vorgenommen werden. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Leflunomidbehandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

In den
ersten 6 Monaten

ab dem
6. Behandlungsmonat

alle 2 Wochen

alle 4 - 8 Wochen

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden unter der Leflunomidtherapie bemerken, informieren Sie Ihren Arzt.

Was passiert, wenn Sie eine Tabletteneinnahme vergessen haben ?
Sollten Sie wirklich einmal eine Tabletteneinnahme versäumt haben, sollten Sie diese so schnell wie möglich nachholen, es sei denn, es ist fast schon Zeit für die nächste Dosis.

Verdoppeln Sie die nächste Dosis als Ausgleich für die Ausgelassene nicht! Falls Sie sich wegen der weiteren Behandlung unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt. Die Tabletteneinnahme darf allerdings nicht häufiger vergessen werden, da sonst der Behandlungserfolg gefährdet ist.

Schwangerschaft und Stillzeit
Wie bei den meisten anderen Basistherapien ist auch bei Leflunomid eine Gefährdung des ungeborenen Lebens möglich. Eine Schwangerschaft muß daher während der Leflunomidbehandlung und wegen der sehr langen Verweildauer im Körper bis zu 2 Jahre nach Absetzen des Präparates sicher verhütet werden. Wenn Kinderwunsch besteht - auch vielleicht erst in einigen Jahren - sollten Sie ihren Arzt informieren. Der Arzt wird dann nach Beendigung der Leflunomid-Behandlung ein Präparat (Colestyramin oder Aktivkohle) verordnen, welches die Ausscheidung von Leflunomid beschleunigt (siehe unten).

Sofort in ärztliche Behandlung Im Falle einer bereits eingetretenen Schwangerschaft ist die Therapie sofort zu beenden, und das weitere Vorgehen mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Männer sollten während der Leflunomidbehandlung keine Kinder zeugen. Bei Kinderwunsch auch bis zu 2 Jahre nach Beendigung der Leflunomidbehandlung sollte nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ein Auswaschverfahren durchgeführt werden.

Stillzeit: Da Leflunomid in die Muttermilch übergeht, darf unter der Behandlung mit Leflunomid nicht gestillt werden.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Sollten Sie während der Behandlung unter Durchfall leiden, so nehmen Sie bitte keine Aktivkohlehaltigen Präparate ein, da diese die Wirkung von Leflunomid beeinträchtigen. Impfungen sollten während der Leflunomidbehandlung nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden.

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Methotrexat (z. B.: Lantarel®, Metex®)

Methotrexat gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Methotrexat durchgeführt ?
Methotrexat wird nur einmal pro Woche entweder als Tablette oder Spritze gegeben. Das ist anders als bei anderen Medikamenten.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 4 - 8 Wochen. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Methotrexat wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie zum Beispiel die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Methotrexat durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Methotrexat langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihr Methotrexat regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht. Sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Methotrexat nicht wirkt ?
Erst nach 4 Monaten kann man die Methotrexat-Behandlung sicher beurteilen. Wenn das Methotrexat nicht ausreichend wirkt, wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Methotrexat-Therapie. Daher ist eine ständige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Die meisten der im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Auf welche Nebenwirkungen müssen Sie selbst achten ?
Sofort in ärztliche Behandlung Sie müssen sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, wenn eines der folgenden Warnzeichen auftreten sollte:

Fieber
Luftnot
Reizhusten

Relativ häufig kommt es zu Entzündungen der Mundschleimhaut. Es können auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Manche Patienten nehmen an Gewicht ab. Selten kann ein leichter Haarausfall auftreten. Wenn Sie eine dieser Erscheinungen beobachten, sollten Sie Ihren Arzt spätestens vor der nächsten Tabletteneinnahme oder Spritze informieren.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig, um die Nierenfunktion zu prüfen. Falls bei Ihnen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Methotrexat-Behandlung auftreten, entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

1. Monat

2. und 3. Monat

ab 4. Monat

jede Woche

alle 2 Wochen

alle 4 Wochen

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Methotrexat-Therapie bemerken, informieren Sie Ihren Arzt spätestens vor der nächsten Tabletteneinahme bzw. Spritze.

Was passiert, wenn Sie eine Tabletteneinnahme vergessen oder eine Spritze verpaßt haben ?
Sollten Sie wirklich einmal eine Tabletteneinnahme oder Spritze versäumt haben, sollten Sie diese so schnell wie möglich nachholen. Die nächste Einnahme oder Spritze verschiebt sich entsprechend. Falls Sie sich wegen der weiteren Behandlung unsicher sind, fragen Sie Ihren Arzt. Die Tabletteneinnahme bzw. die Spritze darf allerdings nicht häufiger vergessen werden, da sonst der Behandlungserfolg gefährdet ist.

Was müssen Sie während der Methotrexatbehandlung besonders beachten ?
Sie sollten während der Methotrexat-Behandlung möglichst keinen Alkohol trinken. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die Sie einnehmen. Eine Schwangerschaft muß während der Methotrexat-Behandlung und in den ersten drei Monaten nach Absetzen des Methotrexat sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Methotrexat-Behandlung und in den ersten drei Monaten nach dem Absetzen des Methotrexat kein Kind zeugen.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Impfungen sollten während der Methotrexat-Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt erfolgen. Vermeiden Sie eine intensive Sonneneinstrahlung. Nach Absetzen von Methotrexat kann ein Krankheitsschub auftreten.

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NSAR (z. B.: Diclofenac®, Ibuprofen®, Indometacin®)

NSAR gehören zur Gruppe kortisonfreier Entzündungshemmer (nichtsteroidale Antirheumatika).

Wie wird die Behandlung mit NSAR durchgeführt ?
In Abhängigkeit von der Art und der Schwere der Erkrankung wird eine Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika entweder bei Bedarf oder regelmäßig durchgeführt.

Woran merken Sie, dass die Behandlung mit NSAR wirkt ?
Innerhalb von Stunden bessern sich Schmerzen und Schwellungen. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Spritzen oder Zäpfchen sind weder stärker noch besser verträglich als Tabletten. Die Wirkung Ihres Medikaments hält nur so lange an, wie Sie es einnehmen.

Wie lange wird die Behandlung mit NSAR durchgeführt ?
Die Behandlungsdauer richtet sich nach Ihren Beschwerden. Bei Besserung kann die Dosis nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verringert oder die Behandlung ganz beendet werden.

Was passiert, wenn die Behandlung mit NSAR nicht wirkt ?
Wenn Ihr Medikament nicht ausreichend wirkt, entscheidet Ihr Arzt über eine mögliche Dosiserhöhung oder er verordnet Ihnen ein anderes Präparat.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit und Verträglichkeit durch Ihren Arzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zum Abbruch der Therapie. Da sich die einzelnen Medikamente in ihren Nebenwirkungen unterscheiden, kann schon ein Wechsel des Präparates zu einer besseren Verträglichkeit führen. Die im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind nach ihrer Häufigkeit unterteilt. Die eher selteneren schwerwiegenden Nebenwirkungen müssen besonders beachtet werden.

Auf welche Nebenwirkungen sollten Sie besonders achten ?
Informieren Sie Ihren Arzt über mögliche Nebenwirkungen wie:

Übelkeit
Erbrechen
Durchfall und
Bauchschmerzen

Die Ursache dafür kann eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür sein. Dies gilt besonders, wenn Sie zusätzlich zum NSAR auch Cortison und/oder "Gerinnungshemmer/Blutverdünner" einnehmen.

Ausserdem können auftreten:

Wassereinlagerungen
Blutdrucksteigerung
Kopfschmerzen
Schwindelgefühl oder
Müdigkeit

Diese Beschwerden treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf.

Gelegentlich kommt es zu

Juckreiz
Hautausschlag
schmerzhaften Bläschen im Mund- / Rachenbereich
Haarausfall

In Abhängigkeit von der Dauer und Dosis der Einnahme kann das Risiko für einen Herzinfarkt oder Hirnschlag steigen.

Sofort in ärztliche Behandlung Sie müssen sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, wenn Nebenwirkungen auftreten sollten wie

Blut im Stuhl
schwarzer Stuhl
Luftnot
starke Wasseransammlungen in den Beinen
Fieber

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?Kontrolluntersuchungen
Durch Befragung, Untersuchung, Blutdruckmessung, Blut- und Urintests kann er Veränderungen an Kreislauf, Leber, Nieren und Blutbildung feststellen. Bei länger anhaltenden Magenbeschwerden kann eine Magenspiegelung notwendig sein. Sollte bei Ihnen eine Magenschleimhautentzündung oder ein Geschwür nachgewiesen werden, dann entscheidet Ihr Arzt über die weitere Behandlung.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente,
die sie außerdem noch einnehmen.
Fragen Sie Ihren Arzt, ob Sie zusätzlich andere
Schmerzmedikamente einnehmen dürfen.
Ob die Behandlung mit NSAR bei bestehendem
Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft und
Stillzeit fortgesetzt werden kann, sollten Sie mit
Ihrem behandelnden Arzt besprechen.
Wenn bei Ihnen schon einmal eine Magenerkrankung
bestanden hat, teilen Sie dies ihrem Arzt mit.

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Sulfasalazin (z. B.: Azulfidine (RA))

Sulfasalazin gehört zur Gruppe der langwirksamen Antirheumatika und wirkt immunsuppressiv.

Wie wird die Behandlung mit Sulfasalazin durchgeführt ?
Sulfasalazin gibt es als Tabletten. Die Dosis wird langsam erhöht, damit Sie das Medikament besser vertragen. Manchmal kann es aber erforderlich sein, daß gleich 2 x 2 Tabletten eingenommen werden.

Wann tritt die Wirkung ein ?
Die meisten Patienten merken eine Besserung nach 12 Wochen. Wenn die Wirkung nicht ausreicht, dann entscheidet Ihr Arzt über eine Dosissteigerung.

Woran merken Sie, daß die Behandlung mit Sulfasalazin wirkt ?
Nach einigen Wochen gehen die Schmerzen und Schwellungen zurück. Morgensteifigkeit und Müdigkeit nehmen ab. Die Belastbarkeit steigt. Oft bessern sich auch die Entzündungszeichen im Blut, wie z.B. die Blutsenkung.

Wie lange wird die Behandlung mit Sulfasalazin durchgeführt ?
Es ist notwendig, daß die Behandlung mit Sulfasalazin langfristig erfolgt. Sie wirkt nur, wenn Sie Ihre Tabletten regelmäßig einnehmen. Die Behandlung muß auch dann fortgeführt werden, wenn es Ihnen besser geht, sonst kann sich die Krankheit verschlimmern.

Was passiert, wenn die Behandlung mit Sulfasalazin nicht wirkt ?
Wenn Sulfasalazin nach 3 Monaten nicht ausreichend gewirkt hat, entscheidet Ihr Arzt über eine mögliche Dosiserhöhung: morgens, mittags und abends je 2 Tabletten. Erst nach insgesamt 6 Monaten kann sicher beurteilt werden, ob die Wirkung von Sulfasalazin ausbleibt. Dann wird Ihr Arzt die Therapie ändern.

Können Nebenwirkungen auftreten ?
Bei jeder wirksamen Behandlung können unerwünschte Wirkungen auftreten. Das gilt auch für die Therapie mit Sulfasalazin. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle der Behandlung durch Ihren Hausarzt notwendig. Nur so kann er eventuell auftretende Nebenwirkungen rechtzeitig erkennen und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen. Dann bilden sich die Nebenwirkungen in der Regel vollständig zurück. Nicht jede unerwünschte Wirkung zwingt zu einem Abbruch der Therapie. Die meisten im Beipackzettel erwähnten Nebenwirkungen sind selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten ?
Die meisten Nebenwirkungen sind ungefährlich. Einige Patienten klagen über Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Andere haben Kopfschmerzen oder Schwindelgefühl oder sind außergewöhnlich müde. Diese Beschwerden treten vor allem in den ersten Wochen der Behandlung auf. Manchmal kommt es zu Juckreiz, Hautausschlag, schmerzhaften Bläschen im Mund- / Rachenbereich oder Haarausfall. Wenn Sie Fieber oder Luftnot haben, informieren Sie umgehend Ihren Arzt darüber.

Welche Nebenwirkungen bemerkt Ihr Arzt ?
Der Arzt achtet auf Haut- und Schleimhautveränderungen. Durch Blutuntersuchungen kann er Veränderungen an der Leber, an den Nieren und an der Blutbildung feststellen. Auch eine Urinuntersuchung ist notwendig. Gefährliche Nebenwirkungen sind außerordentlich selten.

Wie oft müssen die Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden ?Kontrolluntersuchungen

1.- 3. Monat

4. - 6. Monat

ab 6. Monat

alle 2 Wochen

alle 4 Wochen

alle 3 Monate

Wenn Sie ungewohnte Beschwerden während der Sulfasalazintherapie bemerken, dann sollten Sie Ihren Hausarzt informieren.

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten ?
Während der Behandlung mit Sulfasalazin sollten Frauen nicht schwanger werden. Ob die Behandlung in der Schwangerschaft und Stillzeit fortgesetzt werden kann, entscheidet Ihr Arzt. Bei Männern kann die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigt sein. Das Sexualempfinden wird davon nicht betroffen. Bei Kinderwunsch sollte Sulfasalazin nach Rücksprache mit Ihrem Arzt abgesetzt werden. Die Zeugungsfähigkeit kehrt innerhalb von 3 Monaten vollständig zurück. Vermeiden Sie eine intensive Sonneneinstrahlung. Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen.

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Verfasser aller Texte:
Projektgruppe Diagnose- und Therapierichtlinien der Arbeitsgemeinschaft kooperativer regionaler Rheumazentren in der
DGRh (Stand Juni 2010)

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